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Ammas Neujahrs-Botschaft 2020

1. Januar 2020 – Amritapuri 

Möge uns das neue Jahr 2020 Wohlwollen, Wohlstand, Glück, Frieden und Fülle für alle Menschen und alle ihre Bemühungen bringen. Möge uns Mutter Natur unsere Fehler vergeben und uns mit einem Jahr segnen, in dem es keine Naturkatastrophen gibt. Mögen alle Menschen einen vollen Bauch und ein Dach über dem Kopf haben. Möge in allen Ecken und Enden der Erde Frieden herrschen. Vielleicht denken meine Kinder, dass solche Gebete unrealistisch sind. Aber es sind Träume wie diese, die uns zeigen, in welche Richtung wir unser Leben und unsere Bemühungen lenken sollten. Jede Reise beginnt mit einem kleinen Schritt. Jeder von uns kann kleine positive Änderungen in unserem Leben herbeiführen. Wenn wir dies alle tun könnten, würde es den Beginn eines neuen Zeitalters markieren.

Am Neujahrstag wünschen wir einander normalerweise ein „Frohes neues Jahr“. Die Geburt eines jeden neuen Jahres ist eine Zeit erfrischender Neuheit. Neue Kalender nehmen den Platz der alten ein. Sogar unterbewusst erwachen frischer Enthusiasmus und neue Hoffnung in uns. Der Neujahrstag sollte nicht an ein sinnloses Feiern verschwendet werden. Es ist tatsächlich eine Zeit, um nach innen zu schauen und uns selbst zu betrachten. Ein positiver Wandel geschieht nicht einfach durch eine Änderung der Jahreszahlen. Damit ein positiver Wandel eintritt, müssen wir auf die richtige fokussierte Art in die richtige Richtung streben.

Das Leben öffnet uns stets zwei Wege. Ein Weg besteht aus einer Abkürzung, um rasch unsere Wünsche zu erfüllen. Der zweite ist der richtige Weg, sie zu verwirklichen. Der erste Weg ist unwirklich. Er scheint nur da zu sein, wie eine Fata Morgana. Er ist tatsächlich der Weg in den Tod. Der zweite Weg ist andererseits der Weg des Dharmas. Er führt uns zur Unsterblichkeit.

Normalerweise kümmern Menschen sich nur um sich selbst. Das liegt in der menschlichen Natur. Sie denken nicht an das Land oder die Welt als Ganzes. Eine Handlung, die zur Gefahr für die Gesellschaft werden kann, ist Adharma.Wir sollten in der Lage sein, über unsere persönlichen Wünsche hinauszugehen und sie um des größeren Wohles der Gesellschaft und der Welt willen zu opfern. Dies zu tun, ist eine großartige Sache. Wenn diese Haltung in den Menschen genährt würde, könnten viele Probleme in der Welt rasch gelöst werden. Globale Probleme, wie zum Beispiel Armut, globale Erwärmung und Klimawandel könnten effektiv behoben werden.

Jeder Neujahrstag bringt eine laute Botschaft mit sich: „Die Zeit vergeht. Wir kommen dem Ende unserer Reise immer näher!“ Wir müssen uns selbst fragen: „Nutze ich meine Zeit, um das eine unvergängliche Ziel zu erreichen? Oder jage ich flüchtigen Vergnügungen hinterher? Komme ich meiner wahren Natur näher?“

Unser Leben ist wie eine Prüfung in einem Prüfungssaal. Jeder Augenblick ist kostbar. Erfolg und Scheitern werden davon bestimmt, wie gut wir die uns beschiedene Zeit nutzen. Wenn das finale Klingelzeichen ertönt, bekommen wir keine einzige Extrasekunde. Das Leben ist nicht dazu gedacht, auf flüchtige Vergnügungen verschwendet zu werden. Es ist dazu gedacht, uns spirituell anzuheben.

Wir sollten uns erinnern: „Ich lebe in einem Mietshaus namens Körper.“ Wir könnten aufgefordert werden, dieses Mietshaus jederzeit zu verlassen. Wie sollten wir uns auf unsere Abreise vorbereiten? Während wir in einem Mietshaus wohnen, sollten wir uns unser eigenes Haus bauen. Menschen sorgen sich, wohin sie gehen sollen, wenn sie aufgefordert werden, ein Mietshaus zu verlassen. Aber wenn wir unser eigenes Haus gebaut haben, können wir ohne Kummer oder Angst dort einziehen. Dies ist das Haus unseres ewigen Selbst.

Wenn wir eine Ausbildung erhalten, finden wir eine Arbeitsstelle und verdienen uns unseren Lebensunterhalt. In ähnlicher Weise brauchen wir eine Ausbildung in Bezug auf unser wahres Selbst. Diese Ausbildung sollte einem parallelen Weg folgen. Wenn wir diese spirituelle Ausbildung erhalten, wissen wir, wie wir wie ein Schmetterling in der Welt umherhuschen und uns ihrer erfreuen. Dies gilt sowohl äußerlich als auch innerlich.

Leider ignorieren die meisten Menschen die Kernbotschaften des Neujahrstags. Die Menschen ziehen es allgemein vor, an Silvester mit ihren Freunden eine Party zu feiern und grenzenlos Spaß zu haben. Andere fassen zum neuen Jahr große Vorsätze. Diese werden aber häufig binnen weniger Tage nicht mehr beachtet, sobald sie ihren Versuchungen nachgeben. Vorsätze, wie zum Beispiel „Ich werde so viele Stunden am Tag meditieren“ oder „Ich werde so viel Zeit damit verbringen, mir Satsangs anzuhören“ oder „Ich schreibe die spirituelle Disziplin meines Tages vor dem Zubettgehen in ein Tagebuch“ und so weiter. Mit dem Hinziehen der Tage nutzt sich die Festigkeit unserer Vorsätze leider ab.

Wir sollten das neue Jahr als eine Gelegenheit nutzen, einige gute Gewohnheiten und Werte zu kultivieren. Neujahr ist auch eine Gelegenheit, einen festen Vorsatz zu fassen, schlechte Gewohnheiten abzulegen. Lasst uns gute Gedanken sähen und gute Taten ernten. Lasst uns gute Taten sähen und gute Gewohnheiten ernten. Aus guten Gewohnheiten und Verhaltensweisen können wir ein schönes Leben gestalten. Indem wir ein gutes Leben leben, können wir unser Schicksal umschreiben.

Mitgefühl ist eine edle Eigenschaft, die wir praktizieren und entwickeln müssen. Es ist ein guter Start, am ersten Tag des neuen Jahres eine gute Tat zu tun. Solche Handlungen helfen uns, die Liebe in uns zu erwecken und zu nähren. Die Stärke, der Mut und die Güte, widrige Situationen zu überwinden, sind in jedem von uns angelegt. Das ist es, was wir erwecken müssen.

Der bloße Gedanke an das neue Jahr bringt Enthusiasmus und Begeisterung in unser Herz. Aber haben meine Kinder je darüber nachgedacht, warum diese Begeisterung und dieser Enthusiasmus nicht anhalten? Jeden Tag sollten meine Kinder denken: „Dies ist der erste Tag vom Rest meines Lebens. Daher werde ich diesen Tag so gut ich kann nutzen.“ Wenn wir so denken, wird es uns gelingen, die Begeisterung des Neujahrs das ganze Jahr hindurch währen zu lassen. Wenn wir ein Herz haben, das seine Hoffnung nicht verliert, und einen Geist, der stets fröhlich ist, werden wir in der Lage sein, in allen Dingen Neuheit zu sehen und Glück zu finden. Wenn wir einher damit die Qualitäten der Liebe, Freundlichkeit und Zufriedenheit aufweisen, kann es keine Feier geben, die größer wäre.

Mögt Ihr alle, Ammas Kinder, zu Boten der Liebe und des Friedens in dieser Welt werden! Möge die Gnade meine Kinder segnen, so dass ihre Leben von Frieden und Glück erfüllt sind!

Über Amma

Mata Amritanandmayi ist überall auf der Welt unter dem Namen «Amma» bekannt. Amma berührt durch ihre allumfassende Nächstenliebe, innere Kraft und Selbstlosigkeit die Menschen tief im Herzen. 1987 reiste sie zum ersten Mal von Indien nach Europa und besuchte die Schweiz.

Wir sind dankbar, dass Amma uns immer wieder dazu inspiriert, Liebe für uns selbst und alle Wesen zu entwickeln und der 
Gesellschaft zu dienen.

 

Auf ihren Weltreisen bringt Amma durch ihren «Darshan» - die Umarmung - und ihre Ansprachen die Botschaft von Liebe, Friede und Hoffnung. Sie hat schätzungsweise 36 Millionen Menschen umarmt.

 

Amma ist Gründerin des globalen, karitativen Netzwerks «Embracing the World». Die freiwilligen Helferinnen und Helfer von «Embracing the World» unterstützen Menschen in Not mit Nahrung, Obdach, Bildung und medizinischer Versorgung.

 

Für ihren globalen Beitrag zum Frieden und zur Harmonie wurde Amma mit zahl-reichen internationalen Preisen ausgezeichnet, darunter dem «Gandhi-King Award für Gewaltlosigkeit», der ihr 2002 im Hauptsitz der Uno in Genf überreicht wurde.

 

Kurzfilm über Amma